5 wichtige Gründe, die Projekte ohne Risikomanagement zum scheitern bringen

5 wichtige Gründe, warum Projekte ohne Risikomanagement scheitern

Veröffentlich von Thorsten Körner am 16. Juli 2024 in Risikomanagement

5 wichtige Gründe, warum Projekte ohne Risikomanagement scheitern

Projekte sind komplexe Unternehmungen, bei denen viele verschiedene Faktoren zusammenkommen, um einen erfolgreichen Abschluss zu gewährleisten. Ein Aspekt, der oft vernachlässigt wird, aber entscheidend für den Projekterfolg ist, ist das Risikomanagement. Als Senior Project Consultant habe ich in einigen Projekten erlebt, dass ein unzureichendes Risikomanagement einer der Hauptgründe für das Scheitern von Projekten ist. Ein effektives Risikomanagement hilft dabei, potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen, sie zu bewerten und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, bevor sie zu echten Bedrohungen für das Projekt werden.

In diesem Blogpost werde ich die fünf häufigsten Gründe erläutern, warum Projekte ohne Risikomanagement scheitern. Dabei geht es nicht nur darum, Risiken zu erkennen, sondern auch darum, proaktiv auf diese zu reagieren und ein Bewusstsein für die potenziellen Gefahren zu schaffen, die in jedem Projekt lauern können.

1. Unerwartete Änderungen im Projektumfang (Scope Creep)

Eine der häufigsten Ursachen für das Scheitern von Projekten ist der sogenannte „Scope Creep“ – eine schleichende Ausweitung des Projektumfangs. Scope Creep tritt auf, wenn im Laufe des Projekts ständig neue Anforderungen oder Änderungen hinzukommen, ohne dass diese angemessen dokumentiert oder bewertet werden. Dies führt zu einer Überlastung des Projektteams, Verzögerungen im Zeitplan und oft auch zu Budgetüberschreitungen.

Ohne ein systematisches Risikomanagement bleibt der Scope Creep oft unbemerkt, bis es zu spät ist. Dies liegt daran, dass Änderungen häufig als kleine Anpassungen oder Verbesserungen wahrgenommen werden, die keine wesentlichen Auswirkungen haben. Tatsächlich summieren sich diese kleinen Änderungen jedoch oft und führen zu erheblichen Problemen.

Warum Projekte ohne Risikomanagement hier scheitern

  1. 1
    Mangelnde Kontrolle über Änderungen: Ohne Risikomanagement gibt es keine systematische Bewertung von Änderungen und deren potenziellen Auswirkungen auf den Projektumfang.
  2. 2
    Fehlende Priorisierung von Anforderungen: Es wird oft versäumt, neue Anforderungen mit den ursprünglichen Projektzielen abzugleichen und entsprechend zu priorisieren.
  3. 3
    Unklare Kommunikation: Stakeholder und Projektteams verlieren den Überblick über die ursprünglichen Anforderungen und Ziele des Projekts.

Lösung:

Ein effektives Risikomanagement sollte einen klaren Änderungsmanagementprozess beinhalten, bei dem jede Anforderung und jede Änderung sorgfältig auf ihre Auswirkungen auf den Projektumfang, das Budget und den Zeitplan geprüft wird. Regelmäßige Risiko-Workshops und Projektstatusbesprechungen helfen, potenziellen Scope Creep frühzeitig zu erkennen und zu verhindern.

2. Unrealistische Zeitpläne und Budgetschätzungen

Unrealistische Zeit- und Budgetpläne sind eine weitere häufige Ursache für das Scheitern von Projekten. Wenn Projekte ohne fundierte Schätzungen gestartet werden, führt dies häufig zu Verzögerungen, unzureichenden Ressourcen und letztlich zu einem kompletten Stillstand. Oft ist der Druck, Projekte schnell und kostengünstig abzuschließen, so groß, dass wichtige Planungsphasen übersprungen werden.

Ein Risikomanagement-Prozess hilft dabei, Zeit- und Budgetrisiken frühzeitig zu erkennen. Ohne eine solche systematische Bewertung laufen Projekte Gefahr, auf Annahmen zu basieren, die unrealistisch sind. Typische Fehler sind hier das Unterschätzen von Aufwand und Kosten sowie das Übersehen von Abhängigkeiten und Engpässen.

Warum Projekte ohne Risikomanagement hier scheitern

  1. 1
    Fehlende Risikoanalyse in der Planungsphase: Projekte werden oft ohne eine gründliche Analyse der realistischen Zeit- und Kostenrisiken gestartet.
  2. 2
    Unterschätzte Komplexität: Die Komplexität von Aufgaben wird oft nicht vollständig erkannt, was zu unrealistischen Zeit- und Budgetvorgaben führt.
  3. 3
    Mangelnde Ressourcenplanung: Ohne Risikomanagement werden oft nicht genügend Ressourcen oder Pufferzeiten eingeplant, um unvorhergesehene Probleme zu bewältigen.

Lösung:

Ein systematisches Risikomanagement sollte sicherstellen, dass in der Planungsphase eine gründliche Risikoanalyse durchgeführt wird, um realistische Zeitpläne und Budgets festzulegen. Dazu gehört auch, Pufferzeiten und zusätzliche Budgets für unvorhergesehene Ereignisse einzuplanen. Projektleiter sollten sich nicht scheuen, Stakeholder auf unrealistische Erwartungen hinzuweisen und realistische Alternativen aufzuzeigen.

3. Unzureichende Kommunikation und Stakeholder-Management

Ein weiteres zentrales Problem, das häufig zum Scheitern von Projekten führt, ist die mangelnde Kommunikation zwischen den verschiedenen Projektbeteiligten. Ohne effektive Kommunikation und ein strukturiertes Stakeholder-Management können Erwartungen nicht klar definiert oder Anforderungen missverstanden werden. Dies führt dazu, dass das Projektteam möglicherweise in die falsche Richtung arbeitet oder wichtige Änderungen nicht rechtzeitig umgesetzt werden.

Ohne ein Risikomanagement-Framework wird die Kommunikation oft vernachlässigt. Probleme werden nicht frühzeitig erkannt oder angesprochen, was zu Missverständnissen und Konflikten führt, die das Projekt gefährden.

Warum Projekte ohne Risikomanagement hier scheitern

  1. 1
    Mangelnde Transparenz: Ohne regelmäßige Risiko- und Statusberichte haben Stakeholder möglicherweise keinen klaren Überblick über den Projektfortschritt oder potenzielle Probleme.
  2. 2
    Unzureichende Abstimmung: Unterschiedliche Interessen und Prioritäten der Stakeholder werden nicht effektiv koordiniert, was zu widersprüchlichen Anforderungen oder Zielen führt.
  3. 3
    Fehlende Eskalationsprozesse: Ohne klar definierte Eskalationsprozesse werden Probleme nicht rechtzeitig an die relevanten Entscheidungsträger weitergeleitet.

Lösung:

Ein strukturiertes Risikomanagement sollte klare Kommunikations- und Eskalationsprozesse beinhalten. Regelmäßige Statusmeetings und Risikoberichte sind notwendig, um sicherzustellen, dass alle Stakeholder jederzeit über den Projektfortschritt informiert sind. Darüber hinaus sollte das Risikomanagement sicherstellen, dass potenzielle Konflikte frühzeitig erkannt und gelöst werden.

4. Technologische und operative Risiken werden übersehen

Viele Projekte scheitern daran, dass technologische und operative Risiken nicht angemessen berücksichtigt werden. Technologische Risiken können in Form von unzureichender Systemintegration, ungeeigneten Softwarelösungen oder nicht realisierbaren technischen Anforderungen auftreten. Operative Risiken beziehen sich auf Probleme, die durch ineffiziente Prozesse, mangelnde Ressourcen oder unzureichende Unterstützung durch die Organisation entstehen.

Ohne ein systematisches Risikomanagement werden technologische und operative Risiken oft übersehen oder nicht ausreichend adressiert. Dies führt zu Problemen wie Systemausfällen, unerwarteten Kosten oder Verzögerungen im Projektablauf.

Warum Projekte ohne Risikomanagement hier scheitern

  1. 1
    Unzureichende technische Bewertung: Ohne eine gründliche Risikoanalyse wird die Machbarkeit technischer Lösungen nicht ausreichend bewertet.
  2. 2
    Fehlende Tests und Validierungen: Technologische Risiken werden oft nicht durch umfassende Tests oder Prototypen bewertet, was zu späteren Problemen führt.
  3. 3
    Mangelnde organisatorische Unterstützung: Operative Risiken, wie unzureichende Ressourcen oder ineffiziente Prozesse, werden nicht ausreichend erkannt und gemindert.

Lösung:

Ein effektives Risikomanagement sollte sicherstellen, dass technologische und operative Risiken bereits in der Planungsphase identifiziert und kontinuierlich bewertet werden. Technologische Risiken können durch Machbarkeitsstudien, Tests und Prototypen gemindert werden, während operative Risiken durch eine enge Zusammenarbeit mit der Organisationsführung und das Management interner Prozesse adressiert werden.

5. Fehlende Flexibilität und Anpassungsfähigkeit

Projekte sind oft dynamische Prozesse, bei denen sich Anforderungen, Umstände und Prioritäten im Laufe der Zeit ändern können. Projekte, die keine ausreichende Flexibilität und Anpassungsfähigkeit aufweisen, laufen Gefahr, an starren Vorgaben zu scheitern. Ohne Risikomanagement wird diese Notwendigkeit oft übersehen, und das Projekt wird in eine Richtung gesteuert, die nicht mehr mit den aktuellen Gegebenheiten übereinstimmt.

Ein flexibles Projekt erfordert die Fähigkeit, auf neue Informationen oder Veränderungen im Marktumfeld zu reagieren. Ohne Risikomanagement fehlt es oft an der Bereitschaft oder den Ressourcen, um auf solche Veränderungen schnell zu reagieren.

Warum Projekte ohne Risikomanagement hier scheitern

  1. 1
    Starrheit im Projektplan: Ohne Risikomanagement werden Projekte oft nach einem starren Plan durchgeführt, ohne Rücksicht auf Veränderungen im Umfeld oder neue Risiken.
  2. 2
    Unzureichende Reaktionsfähigkeit: Änderungen, die im Laufe des Projekts auftreten, werden nicht schnell genug erkannt oder bewertet, was zu Verzögerungen und ineffizienten Lösungen führt.
  3. 3
    Keine Risikopuffer: Projekte ohne Risikomanagement haben oft keine Pufferzeiten oder zusätzlichen Budgets, um auf unerwartete Änderungen reagieren zu können.

Lösung:

Risikomanagement erfordert Flexibilität und die Bereitschaft, den Projektplan anzupassen, wenn sich Risiken oder Umstände ändern. Dies beinhaltet das Einplanen von Risikopuffern in Form von Zeit, Budget und Ressourcen sowie die kontinuierliche Überprüfung und Anpassung des Projektverlaufs. Agilität und iterative Planungsmethoden können dabei helfen, Projekte an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.

Risikomanagement als Schlüssel zum Projekterfolg

Ein systematisches und effektives Risikomanagement ist unerlässlichfür den Erfolg eines jeden Projekts. Projekte ohne Risikomanagement laufen Gefahr, durch unerwartete Herausforderungen aus der Bahn geworfen zu werden und scheitern häufig an vermeidbaren Problemen. Die fünf häufigsten Gründe, die ich in diesem Blogbeitrag beschrieben habe, sind nur die Spitze des Eisbergs – sie verdeutlichen jedoch, wie essenziell ein proaktiver Umgang mit Risiken für den Projekterfolg ist.

Ein gutes Risikomanagement hilft, potenzielle Gefahren frühzeitig zu erkennen, ihre Auswirkungen zu bewerten und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, bevor sie sich zu echten Problemen entwickeln. Doch was bedeutet das konkret?

Was bedeutet effektives Risikomanagement?

Risikomanagement ist ein fortlaufender Prozess, der in allen Phasen eines Projekts präsent sein sollte. Es beginnt mit der Risikoidentifikation, bei der mögliche Bedrohungen für das Projekt erkannt werden. Danach folgt die Risikobewertung, in der die Wahrscheinlichkeit und das potenzielle Ausmaß dieser Risiken analysiert werden. Auf dieser Basis werden dann Risikostrategien entwickelt, die darauf abzielen, Risiken zu vermeiden, zu minimieren oder zu akzeptieren. Abschließend folgt die kontinuierliche Überwachung und Anpassung der Risikostrategien während des gesamten Projektverlaufs.

Ein durchdachtes Risikomanagement bringt eine Reihe von Vorteilen:

  1. Verbesserte Projektsteuerung: Durch frühzeitige Erkennung von Risiken können Sie gezielt Maßnahmen ergreifen und das Projekt proaktiv steuern, anstatt nur auf Probleme zu reagieren.
  2. Höhere Erfolgschancen: Projekte mit gutem Risikomanagement haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, im Zeit- und Kostenrahmen erfolgreich abgeschlossen zu werden.
  3. Bessere Stakeholder-Kommunikation: Ein klar definierter Risikomanagementprozess schafft Transparenz und Vertrauen bei Stakeholdern, da Risiken und deren Behandlung offen kommuniziert werden.
  4. Kontinuierliche Verbesserung: Auch Risikomanagement ist ein iterativer Prozess. Durch die systematische Analyse vergangener Projekte und deren Risiken können wertvolle Lessons Learned für zukünftige Projekte abgeleitet werden.

Schritte zur Implementierung eines effektiven Risikomanagements

Um Risikomanagement in Ihren Projekten erfolgreich zu implementieren, folgen hier einige konkrete Schritte:

1. Risikoidentifikation

Der erste Schritt im Risikomanagementprozess besteht darin, potenzielle Risiken zu identifizieren. Dies kann durch verschiedene Methoden geschehen, wie z. B. Brainstorming, Interviews mit Projektbeteiligten, SWOT-Analysen oder Risikoworkshops. In dieser Phase sollten alle denkbaren Risiken berücksichtigt werden – seien es technische, organisatorische, finanzielle oder externe Risiken.

2. Risikobewertung

Nach der Identifikation müssen die Risiken bewertet werden. Dabei geht es darum, die Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines Risikos und dessen potenzielle Auswirkungen auf das Projekt zu bestimmen. Typischerweise wird dies in einer Risikomatrix dargestellt, die die Risiken nach ihrer Dringlichkeit einordnet. Diese Priorisierung hilft, sich auf die kritischen Risiken zu konzentrieren, die das größte Gefährdungspotenzial haben.

3. Risikobewältigung

In dieser Phase werden Maßnahmen entwickelt, um die identifizierten und bewerteten Risiken zu bewältigen. Hier gibt es vier grundlegende Strategien:

  • Vermeidung: Maßnahmen ergreifen, um das Risiko vollständig zu eliminieren.
  • Verminderung: Maßnahmen zur Reduzierung der Wahrscheinlichkeit oder der Auswirkungen eines Risikos.
  • Übertragung: Risiken auf Dritte abwälzen, z. B. durch Versicherungen oder Outsourcing.
  • Akzeptanz: Das Risiko bewusst in Kauf nehmen, oft in Verbindung mit der Entwicklung eines Notfallplans (Contingency Plan).

4. Überwachung und Anpassung

Risikomanagement endet nicht mit der Definition von Maßnahmen. Es ist ein fortlaufender Prozess, bei dem Risiken kontinuierlich überwacht und neue Risiken identifiziert werden müssen. Regelmäßige Risikoreviews und Statusmeetings stellen sicher, dass der Projektverlauf und die Risiken stets im Blick bleiben.

Fazit: Risikomanagement als unverzichtbare Disziplin im Projektmanagement

Projekte ohne Risikomanagement sind wie ein Schiff ohne Kompass. Sie steuern unweigerlich auf Hindernisse zu, die ihren Erfolg gefährden. Die in diesem Blog beschriebenen fünf häufigsten Gründe, warum Projekte scheitern, verdeutlichen, dass viele dieser Hindernisse vermeidbar sind – wenn das Risikomanagement systematisch und professionell durchgeführt wird.

Für Projektmanager und ihre Teams sollte Risikomanagement daher nicht als lästige Pflicht, sondern als wertvolles Werkzeug betrachtet werden, um Projekte erfolgreich und effizient durchzuführen. Es hilft nicht nur dabei, potenzielle Bedrohungen zu minimieren, sondern ermöglicht es auch, Chancen zu erkennen und diese optimal zu nutzen.

Als Senior Project Consultant setze ich auf eine stringente und anpassungsfähige Risikomanagementstrategie, die in jeder Phase eines Projekts einen klaren Blick auf potenzielle Herausforderungen und deren Lösungen bietet. Mit der richtigen Herangehensweise an Risiken sind Projekte nicht nur sicherer vor Scheitern – sie können über ihre anfänglichen Erwartungen hinauswachsen und echten Mehrwert für alle Stakeholder bieten.

About the author 

Thorsten Körner

Thorsten Körner ist Senior Project Consultant aus Leidenschaft!
Als Certified Scrum-Master und Certified Scrum Product-Owner unterstützt er große und mittlere Projekte. Thorsten Körner blickt auf mehr als 25 Jahre Projekt-Erfahrung in Software Entwicklungs-Projekten in den unterschiedlichsten Branchen, von Energie-Wirtschaft über Banken/Finanzwirtschaft, Maschinenbau und die TV/Entertainment Industrie bis hin zum E-Commerce in zahlreichen Shops zurück

Cookie-Einstellungen